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Kane rettet den Tag: Englands dramatisches Comeback gegen die DR Kongo

2026-07-02

Kane rettet den Tag: Englands dramatisches Comeback gegen die DR Kongo

ATLANTA — Harry Kane traf in den letzten 15 Minuten zweimal und führte ein dramatisches Comeback Englands an, sicherte einen 2:1-Sieg über die DR Kongo und erkämpfte damit den Einzug ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft.

Die DR Kongo überraschte die Three Lions früh, als Brian Cipenga in der siebten Minute das Tor erzielte. Den Großteil des Spiels schien England frustriert zu sein, hauptsächlich dank einer heldenhaften Leistung des kongolesischen Torwarts Lionel Mpasi.

Vor der Halbzeit kam es zu Kontroversen, als England das Gefühl hatte, ein klares Elfmeter zu Unrecht verweigert bekommen zu haben, nachdem Mpasi mit Kane während eines dynamischen Angriffs zusammenstoßen war. Schiedsrichter Adham Makhadmeh wies jedoch die heftigen Proteste von Thomas Tuchel und seiner Mannschaft zurück.

Trotz der resoluten Defensivleistung der DR Kongo und Mpasis spektakulärem Save gegen Jude Bellingham gelang es England schließlich, den Durchbruch zu erzielen. In der 75. Minute sprang Kane am höchsten und köpfte einen präzisen Pass des eingewechselten Anthony Gordon ins Tor. Der Kapitän setzte dann in der 86. Minute den Knockout-Schlag, als er am Strafraumeck Platz schaffte und einen kraftvollen Schuss ins Netz jagte, was auf der Bank von England für Chaos sorgte.

England richtet nun den Fokus auf ein herausforderndes Achtelfinale gegen Mexiko im Azteca am Sonntag.

Aufstehen, Sir Harry

Wo wäre England ohne Harry Kane? Die Antwort ist wahrscheinlich auf einem Flug zurück nach London. Kane hat nun 13 Karriere-Weltmeisterschaftstore erzielt — fünf davon in diesem Turnier — und hat damit Pelé auf der Liste der Allzeitbesten übertroffen. Nur Kylian Mbappé und Lionel Messi haben in dieser Ausgabe mit sechs Toren mehr.

Sein Doppelpack in Atlanta verkörperte perfekt seine vielseitige Bedrohung: Der Ausgleichstreffer verdeutlichte seine Bewegung und Kopfballstärke, während sein Siegtreffer seine klinische Fähigkeit, aus dem Nichts etwas zu schaffen und mit verheerender Kraft zu vollenden, demonstrierte.

Nach einer schwachen Euro 2024 hat der 32-Jährige seine beeindruckende Form von Bayern München auf die größte Bühne gebracht. Während Englands Leistung mehrere strukturelle Schwächen offenbarte, stellen sie mit Kane und Jude Bellingham auf dem Platz eine echte Bedrohung dar.

Tuchels taktische Anpassungen

Hydrationspausen, die oft mit Stöhnen von den Zuschauern aufgenommen werden, waren für Thomas Tuchel von entscheidender Bedeutung. Im klimatisierten Mercedes-Benz-Stadion war der Bedarf an Flüssigkeitszufuhr minimal, aber der taktische Freiraum erlaubte es Tuchel, sein Team neu zu ordnen, und das zahlte sich aus.

England wirkte zu Beginn des Spiels schockiert. Defensiv waren sie disjointed und gaben mehrmals den Ball leichtfertig ab. Nach der ersten Pause fanden sie jedoch ihren Rhythmus, kreierten fünf Großchancen und beendeten die erste Halbzeit mit einem xG von 1,3. Als das Team spät in der zweiten Halbzeit unter dem Druck eines möglichen Ausscheidens erneut zu wanken begann, sorgten Tuchels Wechsel für die notwendige Ruhe, damit Kane den Schlussstrich ziehen konnte.

Defensive Fragilität

Die Leichtigkeit, mit der die DR Kongo Englands Abwehr für ihr erstes Tor umging, war alarmierend. Ein einfacher Ball über die Abwehr ließ Djed Spence in einer Zwei-gegen-eins-Situation zurück, während Cipenga am hinteren Pfosten unmarkiert war und ins Tor gegen Jordan Pickford schoss.

Spence hatte einen schwierigen Abend, und England wirkte alarmierend anfällig. Die Abwehr fand erst Stabilität, nachdem Declan Rice nach der Einwechslung von Eberechi Eze auf die rechte Verteidigerposition verschoben wurde. Da Reece James und Jarell Quansah vor dem Mexiko-Spiel mit Fitnessproblemen kämpfen, steht Tuchel vor einem gewaltigen defensiven Puzzle.

Flügelspieler zünden nicht

Wie ihre Außenverteidiger sind Englands Flügelspieler ein weiteres Anliegen. Noni Madueke und Marcus Rashford waren fleißig, aber es fehlte ihnen an Durchschlagskraft. Rashford wurde zunehmend frustriert nach einer Reihe vergebener Chancen, während Madueke gegen eine kompakte DR Kongo-Formation wenig Freude fand.

Tuchels Einwechslung von Bukayo Saka und Anthony Gordon in der 60. Minute brachte den dringend benötigten Funken. Gordon lieferte insbesondere eine großartige Flanke für den Ausgleich und löste sich damit nach einer schwachen Leistung gegen Ghana. Doch da Saka mit einer Achillessehnenverletzung kämpft und die anderen Außenoptionen mit Formproblemen zu kämpfen haben, ist Tuchels Offensive weit davon entfernt, auf Hochtouren zu laufen.

Mexiko erwartet

Die Geister vergangener Turniermissgeschicke schwebten über Atlanta, aber Kane bewahrte Englands Stolz. Es ist klar: Der Verlust dieses Spiels wäre einer der größten Überraschungen in der Geschichte der Weltmeisterschaft gewesen.

Im Hinblick auf die Zukunft muss England sich drastisch verbessern. Mexiko bleibt eine uneinnehmbare Macht im Azteca, wie ihre Zerschlagung von Ecuador am Dienstag zeigte. Wenn England gegen die Gastgeber die gleiche Trägheit zeigt, könnte das Spiel vor der ersten Hydrationspause entschieden sein. Tuchel hat viel Arbeit vor sich.