Merino trifft spät: Spanien bezwingt Belgien und stellt sich im Halbfinale Frankreich
2026-07-12
Spanien löste sein Ticket für ein spektakuläres Halbfinale gegen Frankreich nach einem dramatischen 2:1-Sieg über Belgien im Viertelfinale der Weltmeisterschaft am Freitag. Der entscheidende Moment kam nur zwei Minuten vor Schluss, dank eines opportunistischen Abschlusses von Supersub Mikel Merino.
Der Wettkampf war von Anfang an ein taktisches Schachspiel. Spanien zog in der 30. Minute das erste Mal den Kürzeren, als der überraschend gestartete Fabián Ruiz auf einen Abpraller lauerte und die Null durchbrach. Belgien antwortete jedoch vor der Halbzeit; in der 41. Minute setzte sich Charles De Ketelaere gegen Pau Cubarsí durch, um Timothée Castagnes Flanke zu erreichen und den Ausgleich zu erzielen. Als sich das Spiel dem Ende der regulären Spielzeit näherte, drängte Spanien auf den Sieg. Ein Fernschuss von Cubarsí erwies sich als zu heiß für den belgischen Ersatzkeeper Senne Lammens, der den Ball in den Lauf von Merino abprallen ließ, der den Siegtreffer erzielte.
Spaniens klinisches Dilemma
Obwohl Spaniens Ergebnisse unbestreitbar sind, bleibt der Mangel an einer traditionellen „Nummer neun“ ein Gesprächsthema. Spanien erzielte 11 Tore bei einem erwarteten Torwert (xG) von 11,83, eine Statistik, die Kritiker als Hinweis auf mangelnde Elite-Abschlussfähigkeiten interpretieren. Spieler wie Mikel Oyarzabal und Ferran Torres sind zwar technisch begabt, jedoch eher umfunktionierte Flügelspieler als produktive Mittelstürmer.
Trainer Luis de la Fuente lässt sich von diesen Kritiken nicht beeindrucken. Er favorisiert bewusst fließende Bewegungen gegenüber einer statischen physischen Präsenz im Strafraum. Seine Strategie konzentriert sich auf die Schaffung von Chancen in hoher Frequenz, in der Annahme, dass seine kollektive Offensive letztendlich die Gegner überwinden wird – ein Risiko, das bisher konstante Ergebnisse geliefert hat.
Belgien’s Herzschmerz
Für Belgien war das Ausscheiden ein Fall von „was hätte sein können“ vor dem Hintergrund sich häufender Verletzungsprobleme. Nachdem der einflussreiche Amadou Onana bereits fehlte, erlitt die Nationalmannschaft einen weiteren Rückschlag, als Youri Tielemans – der arbeitsamste Spieler des Teams in Bezug auf zurückgelegte Distanz – mit einer Oberschenkelverletzung ausfiel. Der Herzschmerz wurde in der 71. Minute noch verstärkt, als der Star-Torhüter Thibaut Courtois wegen einer Muskel Verletzung raus musste, was die Mannschaft sichtbar erschütterte.
De la Fuentes mutige Wette
Trainer de la Fuente demonstrierte seine Autorität, indem er den Superstar Pedri zugunsten von Fabián Ruiz auf die Bank setzte, ein Schritt, der für Verwunderung sorgte, sich aber letztendlich mit Ruizes Eröffnungstor auszahlte. Diese Entscheidung unterstreicht das Engagement des Trainers für eine „Team-über-Individualität“-Philosophie. In de la Fuentes System ist das Kollektiv die definitive Identität, und er genießt zweifellos das volle Vertrauen seiner Kabine.
Trotz des Ausscheidens festigte Belgien’s Charles De Ketelaere seinen Ruf als aufstrebender Star. Nach einer ruhigen Saison auf Clubebene war der 25-Jährige in diesem Turnier herausragend und erzielte drei Tore, während er 71,4% seiner Kopfball-Duelle gegen Spaniens Abwehr gewann.